Meinhard Creydt (Lehrbeauftrauftragter an der TU Berlin)
ÖCALANS VERSCHLEPPUNG, NOTSTANDSSTIMMUNG UND GRÜNE INDIFFERENZ
Die Zeit nach der
Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Öcalan aus Kenia in die Türkei am 15.2.
offenbarte, wie bei maßgeblichen Grünen und bei der den Grünen (bei aller
Kritik im einzelnen) nahestehenden Taz die Kurdenfrage wahrgenommen und wie in
der BRD selbst Notstandsstimmung gebildet und diese als ‘Sicherheitsbedürfnis’
akzeptiert wird.
Angesichts der Massivität der
Unterdrückung kurdischen Protests in der Türkei seit 70 Jahren, angesichts der
Größe der betroffenen Bevölkerung und des betroffenen Gebietes, angesichts der
Stärke der PKK und angesichts ihres zeitweiligen Erfolges, die Kurdenfrage
überhaupt wieder auf die politische Tagesordnung zu setzen, muß Öcalan als
Symbolfigur gelten. Auch wenn Vergleiche immer ‘hinken’, ließe sich nach der
Reaktion (und ihrer Beurteilung) fragen, wenn Arafat in den frühen 70er Jahren
entführt worden wäre. Auch wer nicht Geschehnisse in der sog. 3. Welt
regelmäßig verfolgt, konnte angesichts der Zuspitzung und Verdichtung der
Ereignisse aufschrecken. Noch nicht einmal Öcalans Odyssee ab Dezember durch
Europa, als er für vogelfrei erklärt und ihm das Recht auf politisches Asyl
verweigert wurde, hat aber etwas daran geändert, daß im kritischeren Segment
der Öffentlichkeit der Vorbehalt gegen den autoritären und militarisierten
Charakter der PKK im Vordergrund steht, nicht die Solidarität mit Unterdrückten
angesichts eines besonders eklatanten, eben: symbolisch zugespitzten Falls.
Selbst wer die Kritik an der PKK teilt, muß sich fragen, ob sie gegenwärtig
nicht an der falschen Stelle geltend gemacht wird.
Schon die (auch:
völkerrechtswidrige) Verschleppung Öcalans wird nicht als der Skandal markiert,
den sie darstellt. Wer für Öcalan nur einen „fairen Prozeß“ fordert, anerkennt
schon, wer hier wem den Prozeß machen darf und tritt für eine faire
Kriminalisierung ein. Für Außenminister Fischer ist die in mehreren
Nachbarländer nicht verbotene PKK schlicht eine „kriminelle Organisation“ (TAZ
vom 1.3., S.2).[1]
Der Bescheid, Öcalan seien Straftaten zuzurechnen und insofern gehe seine
Kriminalisierung in Ordnung, zeigt sich politisch unsensibel dafür, daß der mit
Öcalan gepflegte Umgang als Umgang mit einer Symbolfigur auf das Symbolisierte
selbst zielt - den Kampf gegen die türkische Behandlung der Kurdenfrage.
Die PKK muß heute für die
Illusionen büßen, die früher mit der Machtübernahme von Befreiungsbewegungen
(Algerien, Vietnam usw.) verbunden wurden, als würde nicht auch eine nüchterne
Vergegenwärtigung der infragestehenden Verhältnisse Solidarität, wenn auch
kritische, als notwendig erscheinen lassen. Nach der Überidentifikation mit
‘nationalen Befreiungsbewegungen’ in den 70ern haben viele das Kind mit dem
Bade ausgeschüttet. Ursache (die vom türkischen Staat zu verantwortenden
Verhältnisse im ursprünglichen kurdischen Siedlungsgebiet) und Wirkung (eine
militarisierte, autoritäre, keine Abweichler duldende Opposition als
Kriegspartei wie die PKK) auseinander zu halten - das gelingt nicht mehr, weil
die Kritik daran überwertig gerät, daß die Wirkung auch verstärkende
Rückwirkungen auf die Ursache zeitigt. Die PKK stellt auch ein Wunschgegner
dar, den das türkische Militär als Kern der kemalistischen politischen Elite zu
seiner Legitimation zu nutzen versteht. Dies ändert jedoch nichts an der
Gewichtung politischer Kritik: „Öcalan ist die Antwort auf die türkische
Kurdenpolitik“, heißt es selbst in der FAZ (29.12.98).
Die grüne BRD-Ausländerbeauftragte
Marieluise Beck bemüht sich, zwischen der großen Mehrheit der Kurden und der
PKK einen scharfen Gegensatz zu zeichnen und die PKK kleinzureden. Beck bezieht
den Protest in Deutschland nach Öcalans Verschleppung nicht auf die Erfahrung
mit den Verhältnissen in der Türkei, sondern schreibt ihn dem (endogenen ?)
Fanatismus einer „kleinen Minderheit“ von „10.000 PKKlern“ zu[2]
im Unterschied zu den „über 600.000 (kurdischen - Verf.) Menschen, die
friedlich in unseren Alltag integriert sind“ (Der Tagesspiegel 19.2.). Inwieweit
diese ‘Integration’ aus vor dem Hintergrund der türkischen Übermacht gebotener
Vorsicht, aus Resignation oder aus der politischen Zurückhaltung von
Arbeitsimmigranten resultiert, interessiert weniger als die Tatsache, daß
hierzulande keine Gefahr für Ruhe und Ordnung droht. So schwach wie von Beck
suggeriert kann der PKK-Rückhalt überdies wohl kaum sein, wenn die inhaftierten
Parlamentarier[3] der 1994 verbotenen
prokurdischen DEP anläßlich Öcalans Verschleppung in den Hungerstreik treten,
wenn bei Demonstrationen nach Öcalans Verschleppung in der Türkei nach Angaben
des Menschenrechtsvereins bis zum 24.2. landesweit 3369 Menschen Menschen
festgenommen werden (Sozialistische Zeitung 4.3.99), wenn die einzige prokurdische
zu den Wahlen antretende Partei, die HADEP, in der TAZ mehrfach als PKK- nah
bezeichnet wird, bei allen Differenzen im einzelnen (22.12.98, S. 11; 1.3.,
S.11). Sie erhielt in Zentren des türkischen Kurdistans bei den letzten Wahlen
mehr als der Hälfte der Stimmen, nicht aber in kurdischen Slums der
westtürkischen Großstädte.
Becks Plädoyer für
zivilgesellschaftliches Engagement bleibt solange ein zu nichts
verpflichtendes, sich selbst genügendes und über seine eigene Schönheit eitles
Bekenntnis, solange nicht gesagt wird, wie zivilgesellschaftliches Engagement
in der Türkei in der Kurdenfrage möglich sein soll, wenn schon prokurdische
Parteien verboten (HEP 1993, DEP 1994) oder faktisch illegalisiert (HADEP)
sind, ihre Parlamentarier zu langen Haftstrafen verurteilt werden und selbst die
Kritik an der Behandlung der Kurdenfrage als sezessionistische Propaganda unter
Strafverfolgung fällt. „Das Ende des PKK-Führers Öcalan ist der Bankrott einer
politischen Bewegung, die glaubte, militärisch gewinnen zu können“ (Taz
6.3.99). Selbst wenn man die Frage nach dem Wahrheitsgehalt dieser Aussage
ausklammert[4], wird die
friedliche Alternative nicht pragmatisch plausibler. Statt die Stärke der PKK
auch als Verarbeitung einschlägiger Mißerfolge in dieser Hinsicht zu verstehen,
wird ein Bild bemüht, in dem ein Gegensatz aus dem gleichursprünglichen
Fanatismus zweier Parteien entsteht. Wer wohlfeil die Wahrheit in einer
äußerlich verorteten Mitte sucht, findet sie dort auch, wenn er nur gehörig von
den realen Gegebenheiten und der Geschichte absieht, um sie nurmehr als
Hindernis seines Versöhnungsangebots wahrzunehmen, auf das er es absieht. Die
narzißtische Prämie winkt, sich selbst als überparteiliche Schlichtungsinstanz
zu imaginieren, die mit ihrer reifen Vernunft über den eigentlich unnötigen
Konflikt erhaben zu sein meint. Ohne mit einem Wort über das vom türkischen
Staat affirmierte sozialökonomische West-Ost-Gefälle einzugehen, stilisiert der
Grüne Ludger Volmer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, den Konflikt zur
Tragödie zweier gleich berechtigter Ansprüche : „Die Türkei hat ein sehr
berechtigtes Interesse daran, daß die staatliche Integrität bestehenbleibt.
Dabei werden wir sie unterstützen. Auf der anderen Seite haben die Kurden ein
absolut legitimes Interesse, daß sich ihre kulturelle Eigenständigkeit
entfalten kann“ (Bundestagsrede vom 23.2.1999, zit. n. Das Parlament, 5.3.).
Diese Konstruktion weist neben der kulturalisierenden Reduktion der Kurdenfrage
den kleinen Nachteil auf, daß die PKK seit Jahren bereits gar nicht mehr für
einen eigenen Staat eintritt (vgl. Taz vom 16.12.95). Nachgerade zynisch wird
in diesem Fall die politikante Unsitte, an allem die ‘positive Option’
wahrzunehmen: „Wir hoffen, daß die türkische Regierung die Chance ergreift, die
in der Festnahme von Öcalan besteht, und daß sie den Unterschied zwischen
staatlicher Separation und kultureller Eigenständigkeit sieht“ (ebd.).
Das letztendliche
Desinteresse an der ganzen Angelegenheit, die Weigerung, sie als ein den
normalen Politikbetrieb übersteigendes Extrem wahrzunehmen, das einem mehr als
routinierte Stellungnahmen abverlangt, zeigt sich auch in grünen Reaktionen auf
die Auseinandersetzungen, die der Ausweisung Öcalans folgten. Kein Wort des
Protestes zum tagelangen Demonstrationsverbot in Berlin ab Donnerstag (18.2.).
Das von grünen Politikern geäußerte „Verständnis“ für die Wut und Trauer der
protestierenden Kurden läßt sich in seiner Intensität daran bemessen, in
welchem Verhältnis es zu dem steht, was die deutsche Öffentlichkeit tatsächlich
erschreckt. Das von den herrschenden Medien herbeigeredete Bedrohungsszenario
(‘Kurdenkrieg’ in Deutschland hieß es bei Bild und Spiegel) findet mit dem
einschlägig bekannten Resonanzboden, dem Wunsch, unspezifischen Ängsten endlich
eine konkrete Adresse geben zu können, seine hysterische Verstärkung. Diesem
Gefühlssturm wird auch von den Grünen nicht nur nicht widersprochen. Manche
lassen sich sogar anstecken. Für Micha Brumlik „brennen die Straßen“ (Kommune
3/99). Die Grünen tun sich nicht damit hervor, der propagierten Bedrohungsstimmung
einen nüchternen Sinn für Proportionen entgegenzustellen. Özdemirs Rede im
Bundestag am 5.3.99 beginnt gleich pflichtschuldig mit der Verurteilung der von
der PKK ausgehenden Gewalt, die „durch nichts zu entschuldigen“ sei. Ist es
denn für einen innenpolitischen Sprecher der Grünen so schwierig, den
Generalbundesanwalt Kay Nehm zur von der kurdischen Seite aus brutalsten Aktion
zu zitieren: „Ich habe schon Zweifel, ob das, was im Hamburger SPD-Haus
geschehen ist, eine Geiselnahme war“ (Taz 25.2.)? Warum könen grüne Fans der Regierungsbeteiligung sich nicht
wenigstens ohne jeden Reputationsverlust an den obersten Verfassungsschützer
aus NRW halten? Er trat in einer ARD- Sendung vom 22.2. (die in ihrer
Maßlosigkeit lächerliche Überschrift lautete: ‘Ist der PKK-Terror noch zu
stoppen?’) mit der Einschätzung auf, daß weitere gewalttätige Aktionen
unwahrscheinlich, die Aktionen als Reaktion auf den vorfindlichen Anlaß zu
werten seien, nicht als unverstehbare Erruption latent im kurdischen Naturell
immer bereits vorhandener und nur mühsam unter Verschluß gehaltener Gewalt.
Und: Entspricht nicht der Härte der Bedrohung und der Massivität des Affronts
eine andere Reaktion als der gesittete Protest wohlbehüteter Diskursbeamten?
Bei manchen Grünen ist kein (gewiss nicht frontales, sondern geschicktes)
Gegensteuern gegen das ‘Sicherheitsbedürfnis’ anläßlich der Notstandshetze
zu finden, sondern die bereitwillige
Anpassung. Die Berliner grüne Fraktionsvorsitzende Künast wird in der TAZ vom
18.2. mit den Worten zitiert „Wir sind erschrocken von dem Ausmaß der Gewalt.“
Das bezieht sich ‘selbstverständlich’ auf protestierende Kurden. Am Freitag
kommt dann noch von ihr der Hinweis auf den „momentan lebensgefährlichen Job
der Polizeibeamten“ hinzu (Tagesspiegel 19.2.,S. 10). Sicherheit am
Arbeitsplatz markiert hier die Grenze der Aufmerksamkeit.
Die Berliner
Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU) meint: „Die Kurdenproteste schockieren.
Unsere Gesellschaft darf solche Verhaltensweien nicht verstehen, sondern muß
ihnen entgegenstehen.“ (TAZ 19.2.99). Deutlich wird hier, wovor sie sich sorgt:
Durch Verstehen sich erweichen lassen. Nur das nicht! John: „Mit Menschen, die
sich lieber umbringen, als ihre Ideen sterben zu lassen, können wir nicht
zusammen leben.“ Der TAZ-Interviewer jedenfalls hat keine Probleme damit, daß
genau diese Erpressung jede Folter legitimiert. John fällt zu politischen
Überzeugungen, die gerade aufgrund ihrer massiven Bedrohung nicht pragmatisch
an Schäden für Leib und Leben relativiert werden, nur die Figur des Fanatikers
ein. Die Parteilichkeit ihres Verstands verhindert, daß John der naheliegende
Gedanken an Jan Palach aufkommt, für den erst vor kurzer Zeit zum 30. Jahretag
seiner Selbstverbrennung in Prag eine große Feier ausgerichtet wurde.
Zu den tödlichen Schüssen auf
die kurdischen Botschaftsbesetzer titelt die TAZ am 18.2. der Maxime ‘blaming
the victime’ folgend: „Tödliche Treue zu Abdullah Öcalan“. „Tote einkalkuliert.
Die PKK ist auf dem Weg in die völlige
Isolation“. Immerhin weist Uwe Rada am gleichen Tag im Berliner Lokalteil auf
den Zynismus dieser Schuldzuschreibung hin, auf den Unterschied zwischen einer
Notwehrhandlung und dem Ausmaß der israelischerseits ausgeübten Gewalt, auf die
legitime Erwartung, auch israelische Sicherheitskräfte müßten zwischen mit
Stöcken ‘bewaffneten’ Kurden einerseits und Hamaskämpfern oder Anschlägen auf
die israelischen Botschaften wie 1992 in Buenos Aires oder 1994 in London
andererseits zu unterscheiden wissen. „Die Eskalation auf Berliner Boden haben
die israelischen Sicherheitskräfte deshalb zum größten Teil mitzuverantworten.“
Diese Erkenntnis bleibt in der TAZ eine Ausnahme und findet auch an den
Folgetagen nicht ihren Weg auf die vorderen Seiten der nationalen Ausgabe. Erst
acht Tage später erscheinen zwei kritische Artikel zur bis dato hegemonialen
Position.
Dabei lassen sich bereits
zwei (!) Tage nach der Schießorgie in der israelischen Botschaft anderen
Tageszeitungen Informationen entnehmen, die man in der TAZ vergeblich sucht:
„In Israel äußerten Experten, wie bspw. der führende Geheimdienstpublizist
Jossi Melman, Zweifel an den eigenen Sicherheitskräften: ´Haben Israels Sicherheitsbeamte
einen zu lockeren Finger am Abzug?`, fragte er.“ Es werde „die Schuld nicht nur
wie anfangs ausschließlich der deutschen Polizei zugewiesen, sondern das
´Versagen´ wurde auch in höheren Sicherheitskreisen Israels ausgemacht. Die
Sicherheitsbeamten seien ausnahmslos Kämpfer in Eliteeinheiten gewesen,
ausgebildet für den Krieg, vermutlich aber nur ungenügend für einen
polizeiähnlichen Einsatz, befanden diverse Medienkommentatoren.“ (Tagesspiegel
19.2., S. 1).
Es bleibt nicht aus, daß die
mangelnde Urteilskraft sich zur Schmerzunempfindlichkeit von Formulierungen radikalisiert,
die der Fiesheit, die mit dem schlechten Gedanken angelegt ist, einen evidenten
Ausdruck verleihen. Zum Video von Öcalan (im Flugzeug) heißt es mokant, es
zeige „einen ziemlich betretenen Öcalan“ (Taz 18.2. S.1), als sei der gerade
beim Mogeln in der Klassenarbeit erwischt worden. Dabei ist es doch gar nicht
so schwer, sich nicht derart unsensibel im Ton zu vergreifen: „Dem Mann wird,
nach wer weiß welcher Behandlung, die Augenbinde abgenommen. Ein Mensch,
belämmert von Drogen, blinzelt ins Licht. Zum Ergötzen seiner Feinde hat Ankara
diese Bilder Öcalans freigegeben - und zum Entsetzen seiner Freunde. Und wir fragen
uns: Was ist das für ein Staat, der sich an solcher Erniedrigung weidet? Wer
möchte dort leben?“ (Züricher Tages-Anzeiger 19.2.) ... und in Urlaub fahren,
ließe sich hinzufügen. Nicht einmal zu diesem Zeitpunkt gelingt es der Taz,
sich den hämischen Droste zu verkneifen, von dem nichts anderes zu erwarten ist
als die Stilisierung der Realität zum Anlaß dafür, seine läppischen und
geschmäcklerischen Witzchen zum Besten zu geben und sein Distinktionsgehabe auszustellen.
„Der Wunsch, die vielbeschworene kurdische Kultur, die vor allem aus Jodeln in
Pluderhosen besteht, nachhaltig zu unterdrücken, ist aus ästhetischen Gründen
verständlich.“ (Taz 19.2., S. 28)
Wenn die kritische Öffentlichkeit
die demonstrierenden Kurden in der Weise allein läßt wie geschehen, braucht sie
Verzweiflungstaten nicht den Verzweifelten zuzuschreiben.
[1] „Ein derartiges
Unverständnis blockierte bereits vor 20 Jahren eine politisch nüchterne Betrachtung
des palästinensischen Kampfes, der mit dem Überfall auf die israelische Olympiamannschaft
übrigens ganz andere Register des Terrors gezogen hat als derzeit die Kurden“
(Prof. Norman Paech, HWP Hamburg, in: Sozialismus 3/99, S. 4). Paech
kommentiert Heribert Prantls Kennzeichnung von Öcalan als „blutrünstigen
Schwerverbrecher“ (SZ 20.2.99).
[2] 1996 hieß es, die PKK könne
in der BRD 30.000 bis 40.000 Menschen „heute für Proteste mobilisieren“ (Taz
20.3. 1996).
[3] Unter anderen Leila Zana,
die den Friedenspreis des Europäischen Parlaments im Gefängnis erhielt.
[4] Der selbe Ömer Erzeren
schrieb in der Taz vom 16.12.95 unter der Überschrift „Öcalans Kalkül ist
realistisch“: „Taktiker Öcalan weiß sehr wohl, daß keiner der beiden
Antagonisten, weder der türkische Staat noch die PKK, diesen Krieg für sich
entscheiden kann. ... Auf den militärischen Sieg kommt es ihm gar nicht mehr
an. Die Demonstration, daß der türkische Staat nicht Herr über Kurdistan ist,
erfüllt den politischen Zweck.“